Montag, 29. September 2008

Porta, Möbel Boss

"[...] man nennt sie »marginalisiert«, »abgehängt«, »ausgeschlossen«, spricht von »Prekariat« und einer »neuen Unterschicht«, die in ihrer Homogenität erst in den letzten zehn Jahren entstanden ist. Eine Bevölkerungsgruppe mit eigenen Moden und Akteuren, deren Lebensprinzip der Billigkauf ist. Nicht nur die 6,9 Millionen Hartz-IV-Empfänger gehören dazu, sondern – gemessen an Kriterien wie drohender Armut, Arbeitslosigkeit, Bildung, Einkommen – bis zu ein Drittel unserer Gesellschaft, wie Soziologen schätzen. Und weil die diese neue Gesellschaftsschicht beobachten wie Nachtfalter, hat man viel erfahren über sie in letzter Zeit, über fehlende Bildung und ein verändertes Konsumverhalten: beim Fernsehen, bei der Kleidung, in Fragen der Ernährung. »Das wichtigste Kriterium der kulturellen Selbstdefinition dieser Schicht ist das Shopping«, sagt der Berliner Ethnologe Wolfgang Kaschuba."

Auszug aus dem Artikel "Immer auf die Kleinen" vom Kerstin Greiner aus dem aktuellen Süddeutsche Zeitung Magazin (Heft 39/2008) welches ich gestern in die Hände bekam.

Fotos aus der Arbeit Shophopping (zusammen mit Jonas Zipf)