Samstag, 20. Dezember 2008

Kinderlein kommet.

"Iss!, sonst wird'et kalt" mahnt die Mutter des kleine Jungen neben mir in einem Fastfood-Restaurant im Berliner Hauptbahnhof. Der kleine Brillenträger knibbelt aber lieber weiter am vollen und mittlerweile bedrohlich wackelnden Colabecher herum um den Sticker abzubekommen und seine Straße zu vervollständigen. "Ick will aber ene Wi jewinnen!" kreischt er zurück. Seine Schwester hat inzwischen brav ihre frittierten Hühnchenteile aufgegessen und füllt sich den leeren Becher am Selbstbedienungspult auf: Zunächst randvoll mit Eiswürfeln, dann mit Cola. Die Braune Zuckerlösung schäumt über und tropft auf die pinke Winterjacke.

"Robbie, bitte!" Doch der macht weiter keine Anstalten seiner Mutter zu gehorchen und ärgert sich über "...noch ne Turmstraße ... manno!"-"ick hohl mir noch ene"
"Nein,.... Robbie?!" doch da ist der kleine schon auf dem Weg zu Kasse.
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Im schicken hamburger Hansaviertel, wo es an der gerade passierten Ecke eine Currywurst für knappe 9 Euro zu erstehen gibt höre ich ein Kinderstimme fragen „ wann gehen wir zu Guchi?“ Ich schaue mich um und höre die bepelzte Mutter genervt sagen „wir gehen erst mal zu Escasda!“
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Am Jungfernstieg in der U3 stellt eine ältere Dame mit blick auf eine Horde grölender Fussbalfans fest. „Ich möchte nicht mehr jung sein! ...Immer dieser Gruppenzwang.“ Ihre Nachbarin hält das ganze jedoch für sehr „schichtspezifisch“ und informiert „Sozialarbeiter sind zur Zeit wieder sehr gefragt.!“