Dienstag, 31. Mai 2011

Ein Brief zur Lage der Gurke

Die folgenden Zeilen habe ich heute in der digitalen Post gefunden: ein Brief des Biohofes Leipzig, den ich hier ungekürzt weitergebe!

Bitte handelt nicht so wahnsinnig wie es scheinbar gerade alle tun!
Denkt an Euren Bauern und esst weiterhin leckeres regionales Gemüse!

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"Liebe Kunden,
mit diesem Schreiben möchten wir Sie gerne informieren über unsere Arbeitsweise im Gemüsebau.

Unsere Gurken und Tomaten hängen 0,5-1m über dem Boden. Der Boden ist mit einem Mulchflies abgedeckt zur Unkrautunzerdrückung.
Ich hoffe Sie fragen sich genauso, wie ich mich frage, wie ein Institut einen Überblick und eine Urteilsfähigkeit über alle in der Bundesrepublik angebauten Gurken haben kann.


Unsere Mitarbeiter und ich essen täglich Gurken - sogar ohne sie zu waschen, da wir sie direkt von der Pflanze pflücken können.
Wir verkaufen ungewaschene und gewaschene Möhren.
Die ungewaschenen Möhren halten sich länger, weil der Erdboden eine gesunde Schutzschicht um die Möhre bildet. Gewaschene Möhren haben kein Milieu mehr um sich herum, und Fäulniserreger können sich in den Feuchtigkeitsresten besser ausbreiten.


Mitte des vorigen Jahrhunderts gab der Arzt und Mikrobiologe Hans-Peter Rusch entscheidende Impulse zur Entstehung des biologischen Landbaues. Er beschrieb „den Kreislauf der lebendigen Substanz" und Maßnahmen wie man durch biologische Bodenpflege schon im Erdboden ein möglichst vielfältigen Milieu aus Bakterien, Pilzen und Kleinstlebewesen fördern kann. Artenreiche Systeme erhalten ihr Milieu stabil. Schädliche Organismen können rasch abgebaut werden, bzw. finden erst gar keine Lebensgrundlage. Das gilt besonders wenn man überall für aerobe Bedingungen sorgt, denn Sauerstoff benötigen die meisten gesundheitsfördernden, aufbauenden Organismen. Das können Sie auch riechen wenn der Boden wie Waldboden oder sogar leicht möhrig riecht.

Wir setzen Büffelmist ein. Dieser wird zuerst kompostiert, d.h. mit Grünabfällen und Stroh aufgemischt, so daß viel Sauerstoff in den Haufen kommt. Dadurch erhitzt sich der Haufen durch die mikrobielle Tätigkeit auf 60-70° C. Schon nach 14 Tagen hat sich der Geruch des Haufens völlig verändert in Richtung Waldboden. Nach 3-6 Monaten wird der Kompost ausgebracht und eingearbeitet. Er stellt eine wertvolle „Impfung“ des Bodens mit hochwertiger lebendiger Substanz dar.


Lebendiger Boden führt zu lebendigen Pflanzen, die wirklich Lebensmittel sein können. Im Körper leben mehr Bakterien als Zellen. Ohne Bakterien ist der Mensch nicht lebensfähig.

Unsere Ernte beginnt gerade, bitte denken Sie daran was es bedeutet, wenn wir unser liebevoll angebautes Gemüse auf den Kompost geben müssen, da sich frisches Gemüse nun mal nicht lagern läßt bis alle Gerüchte entschärft sind.   Ich wünsche Ihnen Guten Appetit beim Verzehr von regionalem Obst und Gemüse !“

Maria Bienert vom www.biohof-leipzig.de    


Die Fotos sind in http://www.biotopia-greifenhagen.de/ entstanden 
und zeigen eine Gurkenblüte und eine noch sehr junge Tomate :)