Dienstag, 24. Mai 2011

Sie und der Chef

 Sie sind wahre Überzeugungstäter, die Halter(innen) und Züchter(innen) der Limpurger Rinder. Für sie gehören diese Tiere in die Landschaft zwischen Jagst und Kocher. 

Sie wissen, dass die Tiere die besten Landschaftspfleger sind und die Wiesen besser kurz und lebendig halten als jeder motorbetriebener Rasenmäher. Sie wissen um die einzigartigen Eigenschaften der Alleskönner, die weit entfernt sind von jedem Hochleistungshybriden der industriellen Landwirtschaft.
Eine Überzeugung, die sich mit einer gehörigen Portion Passion paart.










Beeindruckend ist vorallem wie innig das Verhältnis von Tier und Halter ist. Man redet mit den Tieren, schon von Ferne, und wird nach einiger Zeit bald als Teil der Herde wahrgenommen.

Auch ich habe irgendwann angefangen zu "muhen" und mit den gutmütigen Tieren zu reden, sie an meiner Kamera schnuppern zu lassen und mit der kalten Schnautze und der rauhen Zunge am Arm schlecken zu lassen. 

Bei aller Gutmütigkeit ist jedoch irgendwann klar:
"So es reicht: Diese Kühe sind meine, da hast du mit deiner Kamera jetzt nichts mehr zu suchen!"

Dann trabt er auf einen zu: Der Chef.

Mächtig und stark. Ich trete einige Schritte zurück und versichere mich, dass ich in kürzester Zeit über den Zaun hinter mir springen kann.



Wenn dann das frisch gepflückte Gras ignoriert wird und Beschwichtigungsversuche versagen, wird Sie bestimmter und schimpft auch mal. Eine kleiner Kampf beginnt:
Wer weicht und wer bestimmt.
Beeindruckend zu sehen, wie sich die Halterin dem Koloss entgegenstellt und nur mit Körpersprache und Geesten zwischen den beiden ein kleiner Rangkampf ausgefochten wird.

Sieger bleibt: der Chef.