Montag, 1. August 2011

wurstsack @ Fleischerei Scheller, Hannover

Letzte Woche war ich zu Gast in der Fleischerei Scheller in Hannover. Genauer gesagt in Ronneberg, das schon etwas am Rand der Großstadt liegt. Am Vorabend hatte ich mich über Facebook angekündigt.

Ein gut gelaunter Meister begrüßt mich morgens um 7:45 Uhr und bittet mich gleich an den Frühstückstisch in der Küche. Dort bekomme ich einige der Wurst und Schinkenspezialitäten der seit 1938 existierenden Fleischerei zum Probieren angeboten.
Die Schweine bekommt Scheller von der  Erzeugergemeinschaft Osnabrücker Land, die zwar nicht Bio aber dennoch im regionalen Verbund und Kreislauf arbeitet.
Auf seiner Webseite schreibt er über sein Fleisch:
"Der Bauer muss davon leben können sowie der Viehhändler, und das Tier soll sich auch “sauwohl“ fühlen. Erst wenn all diese Bedingungen gegeben sind kann Fleisch Genuss bieten"


Am Tisch probiere ich auch den in regionalem Starkbier gebadeten Klinkerschinken. Die Spezialität ist nicht, wie ich zu nächst vermute ein guter PR-Gag sondern blickt wirklich auf eine lange Historie zurück und wurde früher von vielen im Raum Hannover hergestellt. Die Schellers sind die einzigen, die die Spezialität noch herstellen, erzählt er mir. Der Schinken ist wunderbar würzig und schön saftig.
Wunderbar saftig ist auch der Bratenaufschnitt, den ich als nächstes auf der Zunge habe. Scheller erhitzt den Braten nicht so stark wie sonst oft üblich. Dadurch kann der Braten zwar nicht tagelang in der Vitrine liegen, da er nicht so lange haltbar ist, schmeckt aber deshalb wirklich unglaublich saftig und nicht so staubtrocken.
Zum Schluss gibt er mir noch ein Glas grobe Kalbsfleischleberwurst vom Salzwiesenkalb mit auf den Weg. Zum Züchter der Rinder in Ostfriesland hat er guten Kontakt. Durch Zufall ist er auf den Adrianenhof gekommen und ist seither sehr überzeugt vom Fleisch.

Immer mehr Kunden würden seine Produkte und das Fleisch schätzen, sagt er, "und das sind nicht nur die Alten."

Neben der Endhaltestelle der Tram, in die ich nach meinem Besuch steige, wird bald ein neuer Großsupermarkt eröffnen.

Ich hoffe die Kunden folgen weiter ihrem Gaumen statt dem Geldbeutel
und laufen eine Straßenecke weiter... es lohnt sich !
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