Mittwoch, 24. August 2011

wurstsack @ Vorratskammer / Überlebenskunst

Am Wochenende habe ich das Überlebenskunst Festival in Berlin besucht um mir das Projekt "Die Vorratskammer" der Künstlerinitiative myvillages.org, anzuschauen und diese im Anschluss "leer zu essen", wozu die Veranstalter eingeladen hatten.

Kathrin Böhm, Wapke Feenstra, Antje Schiffers und Thomas Sprenger haben während des Überlebenskunst Festivals im Haus der Kulturen der Welt in Berlin die Bewirtung der Gäste aus lokalen Ressourcen gewährleistet und das Ganze gleichzeitig zu einer künstlerischen Arbeit gemacht. 

Die Vorratskammer

In der einjährigen Projektphase haben die Künstler durch Tausch, Anbau, gemeinschaftliche Ernte, neue Produktentwicklungen und Geschenke die Kammer gefüllt. Dabei haben Sie gelernt wie man Käse oder Blutwurst herstellt, wie man Kartoffeln anbaut und erntet oder wie man Gemüse einweckt und konserviert.

All das zeigten sie auf dem Festival über Video, Installation und natürlich die Ergebnisse ihrer Arbeit – die Produkte und das Essen an der Tafel.

Ich habe es mir schmecken lassen und war begeistert vom Projekt und der Umsetzung. Nicht zuletzt von dem hervoragendem Essen, das aus der Küche der Hauses kam.

Gekocht wurde was noch da war. So wurde das Buffet eine bunte Mischung aus Warmen und Kaltem, aus Gekochten und Speisen aus dem Weckglas. Ein wunderbare Mischung, die Spontanes und Unerwartetes barg.
Es war genau das Flair, das ich bei einem solchen Essen liebe.






Immer wieder gibt es Kleinigkeiten, die an den Tischen gereicht werden. Am Ende des Abends taucht der Käsemacher auf und macht uns ein Häufchen frischen Ricotta auf die Teller zusammen mit einem Klucks Honig. "So essen wir das", erklärt er.

Ein Tischnachbar meint während des Essens "...daraus sollte man ein Restaurant in Berlin machen." "Ja klar!", antworte ich. Schon längst müsste es ein solches geben. Nur habe ich meine Zweifel, dass die Gäste verstehen, dass es nicht jeden Tag das Gleiche gibt? ...verstehen, dass das Angebot wechselt wie die Jahreszeiten?

Die Gäste eines solchen Restaurants müssten bereit sein zu verstehen, dass es nicht immer alle geben kann und muss, nicht im Supermarkt und auch nicht im Restaurant. Sie müssten neugierig sein, müssten bereit sein beim Essen Überraschendes zu erleben! Bis dahin dauert es wohl noch ein bisschen.

Pappensatt mache ich mich auf den Heimweg mit der Hoffnung, dass es nicht mehr allzu lange dauert!

http://www.vorratskammer.myvillages.org/