Freitag, 30. September 2011

Wochenendernte am Rhein


Wir sind auf Fahrradtour am Rhein unterwegs und sehen auf einmal ein Feld in dem viele Frauen mit Kopftüchern und einige Männer gebückt Bohnen ernten.

Als wir am Verkaufsstand ankommen sehen wir, wie der Bauern und seine Helfer Säckeweise Bohnen wiegen und im Hintergrund Mais geschält wird.

Auch wir nehemen uns ein zwei Tüten und fangen an Bohnen zu pflücken und ziehen später Mais ab und Blicken beim Puhlen über das Feld.

Beim Ernten spreche ich mit den Frauen, die mit uns ernten. Es ist heiß und man kommt leicht ins Schwitzen.

"Was machen sie mit all den Bohnen?", frage ich eine, die schon einen riesigen Korb geerntet hat. "Die Bohnen kann man einlegen - mit Essig, Zucker und Knoblauch – Knoblauch ist wichtig!", sagt sie und verrät mir dann noch, wie sie die Bohnen kocht. Einige wird sie auch einfrieren, sagt sie.



Die Bohnen kosten hier nur 1 Euro pro Kilo. Man muss sie allerdings selber ernten. Es gibt neben Bohnen und Mais auch Kürbis, Äpfel und Birnen zu kaufen.

Es gibt auch Tee, den eine der türkischen Familien mitgebracht habt. Man trifft sich beim ernten und unterhält sich während man aufs Abwiegen wartet.

Ich denke kurz daran, was passieren würde, wenn es populärer wäre am Wochenende mit der ganzen Familie rauszufahren und sich sein Gemüse selbst zu ernten.

Das Problem der Verschwendung wäre sicher um einiges geringer, denn auf dem Feld sucht keiner die perfekt Bohne und schmeißt den Rest weg.

Beim Ernten spürt man wie viel Arbeit in so einem Kilo Bohnen eigentlich steckt. Gleichzeitig freut man sich wenn der Korb voll ist und man ihn zur Wage Tragen kann. Man hat Respekt und passt bald sehr genau auf was mit der "seiner Ernte" passiert.

Auf dem Feld unterhält man sich übers Kochen und Einlegen, ganz nebenbei tauscht man kulinarisches Wissen aus und geht mit einigen neuen Rezepten nach Hause.

Was man erntet ist super frisch und 100% saisonal und regional. Wenn man was zum Anbau erfahren möchte fragt man den Bauern, der an der Wage steht.

Mir fällt auf, dass viele türkische Familien auf dem Feld unterwegs sind. Einige haben sogar Kinderwagen dabei, die sie beim Ernten neben sich stehen haben.

"Die Deutschen interessiert dat nich", antwortet mir der Bauer als ich ihn auf meine Beobachtung anspreche "...die Türken kommen immer gleich mitta janzen Familie".

Schade, dass uns das nicht interessiert denke ich und packe die Ernte in den Fahrradkorb.