Samstag, 22. September 2012

Gebrochenes Wurstversprechen

"Echt. Natürlich. Frisch" lautet das Versprechen der Wursterei, die nach eigener Aussage Wurst liebt. In Holzoptik und Retro-Manufakturdesign werden in Charlottenburg Currywürste mit Beiwerk verkauft. Man ist, laut Webseite, stolz auf seine Karte. Die Currymischungen werden, so sagt man, von Sterneköchen "gezaubert".

Als erstes fällt auf, werder Bio noch Neulandware ist auf der Karte zu finden. Beim Tierwohl scheint die Wurstliebe bereits aufzuhören. Unter "Natürlich." stelle ich mir etwas anderes vor.  Schade, denn in Berlin haben mittlerweile selbst alteingesessene Currybuden eine Alternative. (z.B. die Curry-Wurst vom Bio-Apfelschwein bei Curry 36).

Und dann kommen noch 3 kleine Nummern...


Über Nitritpökelsalz (*2) lässt sich bekanntlich streiten, doch wer Wurst liebt und ehrlich arbeitet tut weder Phosphor (*1) noch Antioxidationsmittel (*3) in seine Wurst.

Zu Phosphor wusste der Spiegel bereits 1959 zu sagen: "Die für Handwerk und Fleischwaren -Industriegewinnbringende Füllung mit Wasser und anderen, zum Teilminderwertigen Zutaten ist nur möglich durch die wundersame Wirkungjener phosphorsauren Salze (die Chemiker nennen die Zusätze genauerPolyphosphate)..." Bei biologischer Wurstherstellung sind Phosphate daher verboten.

Ich würde mich nicht drüber aufregen wäret ihr eine stinknormale Imbissbude. Wer allerdings  "Echt. Natürlich. Frisch." verspricht und mit "traditioneller Handwerksqualität aus hochwertigem Fleisch" wirbt, dazu seine Optik auf Manufaktur-Holzbude trimmt sollte verdammtnochmal die beste Wurst auf den Grill schmeißen und nicht nur um aromatisches Currypulver und den frischen Rosmarin in der Deko kümmern!

Bitte überzeugt mich bald vom Gegenteil. Ihr wisst selber, dass ihr es besser könnt.