Liebe Herr Schlagbauer (Vizepräsident des Deutschen Fleischerverbandes),
da schreiben Sie in Ihrem Editorial des aktuellen Fleischer-Handwerk Magazins „(...) es ist wichtig, sich auf unsere Traditionen
und Wurzeln zu besinnen.“ Mit den Worten „Tradition Wandel Aufbruch“ sind Ihre
einleitenden Worte überschrieben. Man spürt in den wenigen Zeilen, dass es Ihren
„Kolleginnen und Kollegen“ aus dem Fleischerhandwerk schon mal besser ging. Verständlich
angesichts des akuten Metzgersterbens und des zunehmenden Verkommens deutscher
Wurstkultur zu billigem Discounter-Einheitsbrei.
Nur 30 Seiten später geht es im selben Magazin um „Rohwurst
in Rekordzeit.“ Was Jahrhunderte lang von Fleischhandwerkern in mehrmonatiger Reifezeit zu einigartigen, traditionellen Spezialitäten, wie z.B. der Ahlen Wurscht gefertigt wurde, passiert mit der von Ihnen illustrierten Anleitung und der richtigen Pulverdosierung von „Prima Ferma Quick“ in nur 2 Tagen (sic!).
Dass diese Art des Wustmachens soviel mit Wurzeln und Traditionen zu tun hat, wie eine Dose Red Bull mit einem Glas handwerklich gebrautem Bier wissen Sie selbst. Das Fleischerhandwerk wird dieser Weg weiter ins Dunkle führen.
Wandel und Aufbruch erfordert Mut und Überzeugung. Bitte
lesen Sie sich Ihre eigenen Zeilen noch einmal durch und inspirieren sie ihre Kolleginnen und Kollegen danach zu handeln, auch
wenn dadurch Anzeigenkunden abspringen sollten. Konsumenten UND Metzger sehnen
sich nach echter Tradition und Wurzeln zurück und nicht nach schnittfestem
Wasser „in Rekordzeit“.
CHAPEAU!!!
AntwortenLöschenHoffentlich liest dieser Fleisch- und Wurstfunktionär Deine Zeilen. Wenn nichts kommt, wende ich mich an ihn.
Nochmals: CHAPEAU, lieber Hendrik.
Gestern noch hier gelesen und den Kopf geschüttelt, heute traf es meinen Supermetzger:
AntwortenLöschenhttp://heike.essenvonau.de/2012/09/koteletts-die-keine-sein-durfen/
Habe den Artikel noch nicht gelesen, aber das High-Speed-Reifemittel löst bei mir einfach nur Kopfschütteln aus. Der Gewürz-, ähh Mittelchenhersteller hat schon vor Monaten das Prospekt geschickt. Keine Fermemtation, also auch kein Rohwurstgeschmack!
AntwortenLöschenDie Zielgruppe des Magazins sind tatsächlich die handwerklichen Metzgereien! Weiter in Richtung geringere Produktionskosten durch Zeitersparnis ist erstens kein Wandel oder Aufbruch und zweitens keine Zukunft für handwerkliche Metzger.
Zur Verteidigung von Schlagbauer muss ich aber sagen, dass er ja im Editorial diese Worte verwendet hat und der Artikel dann im redaktionellen Teil erschien. Inhaltlich zusammenpassen tut es natürlich trotzdem nicht.