Freitag, 14. Dezember 2012

1. Weddinger Moschee Essen

Florence vom Verein Kulina e.V. hat eingeladen zum ersten Weddinger Moschee Essen. Ich laufe also ein paar Schritte von meinem Büro zu einem unscheinbaren Wohnhaus ein paar Straßen weiter. Hier soll eine Moschee sein, denke ich. Doch tatsächlich finde ich ganz hinten im Hof einen geräumigen Gebetsraum in dem ich auf Socken erfahre, dass das Essen zwar dort statt finde aber gekocht würde im Vorderhaus.

Im Vorderhaus ist der Verein Deutschsprachiger Muslime zuhause, in dessen Küche heute das Essen von uns gemeinsam zubereitet wird.



"Der DMK-Berlin e.V. ist eine eingetragene Religionsgemeinschaft von Muslimen aus aller Welt. Die Gemeinde entwickelte sich bereits in den 90‘er Jahren in Anlehnung an ähnliche deutschsprachige Gruppen im ganzen Bundesgebiet. Seitdem treffen sich Muslime aus bisher weit über 25 Ländern zu gemeinsamen Gebeten, Reisen, Vorträgen und vielen weiteren Aktivitäten. Dabei hat es sich der DMK-Berlin zur Aufgabe gemacht, seinen Teil dazu beizutragen, das Wissen und Verständnis rund um den Islam zu fördern. Die zeitgemäße und bewußte Umsetzung der erstaunlichen Lehre des Islams steht dabei besonders im Vordergrund aller Bemühungen."

Es geht den Brüdern und Schwestern des Vereins auch um einen Austausch mit Interessierten. So werde ich beim Kochen viele meiner kulinarischen Fragen zum Islam an Daniel vom DMK los. Was ist Halal? Darf man in einer Moschee wirklich essen? Wo bekommt man als Moslem religionsgerechtes Fleisch in Berlin her? Geht es nur um die Art des Schlachtens oder hat die Haltung des Tieres auch schon halal zu sein?


Fleisch ist heute kein Thema, Florence hat nur Gemüse mitgebracht. Wir schnibbeln, drücken und wirbeln also mit Kichererbsen, Okraschoten, Paprika und Blätterteig.
Rezeptvorgaben gibt es nicht - getreu dem Kulina-Motto "Wer Kulinarier ist braucht kein Rezept!"

Zwischen Auberginen-Muss und Zitronenpresse geht es später dann auch um Bartlängen, Gebetsräume, Ess- und Gebetszeiten bis die Gäste eintrudeln und unten in der Moschee auf das Essen warten.


Der Stadtteil Wedding hat die höchste Moscheendichte von Berlin erfahre ich von den Brüdern der Gemeinde. Um die 30 Gotteshäuser soll es hier geben.
Ich selbst bin überrascht, denn wahrgenommen habe ich davon bislang nur wenig. Im Gespräch erfahre ich, dass dies auch daran liegen könnte, dass viele Gotteshäuser unscheinbar in den Hinterhöfen liegen. Das wiederum liegt daran, dass es leider immer noch viele gesellschaftliche und politische Resentiments gegenüber der Neueinrichtung oder der sichtbaren Präsens von Gebetsräumen gibt.

Ich bin Florence und Daniel sehr dankbar, dass sie diesen Einblick in Religion, Gebräuche und Töpfe möglich gemacht haben. Ich hoffe, dass der Austausch weitergeht, denn er öffnet neue Welten und lässt einen Dinge sehen, hören und schmecken, um die wir sonst alle ärmer wären.










alle Fotos ©wurstsack.com - außer das letzte Gruppenfoto © ShivPhotography


Mehr Informationen zu den beiden Vereinen


 

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