Donnerstag, 3. Januar 2013

Brunklüten

"Rummel, rummel, Froken roken, gevt uns Ossenogen"


Bei uns im Norden gibt es zwischen den Jahren Brunklüten, was soviel heißt wie braune oder gebratene Klöße. Die kleinen Teigbollern sind warm genossen eine Delikatesse. Ich kenne sie von den Tischen der Großeltern meiner norddeutschen Schulfreunde. 

Zufällig habe ich beim weihnachtlichen Besuch in der Heimat diese alte emaillierte Gusspfanne in einem Antiquitätenladen in Cuxhaven gefunden. Sie ist sackschwer und hat 7 halbkugelrunde Vertiefungen. Sie wird im Norden auch als Futtjenspfanne oder Ochsenaugenpfanne bezeichnet.



"In früheren Zeiten wurden die Förtchen oft zu Weihnachten spät abends als letzte Leckerei gereicht, der im Volksmund auch Vullbuksabend („Vollbauchsabend“) genannt wurde. In vielen Familien gab und gibt es spezielle Rezepte, die von Generation zu Generation weitergereicht werden. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts eroberten sich die Förtchen auch ihren Platz am Altjahrsabend (Silvester) und verdrängten dort andere Speisen wie den aus Mehl, Honig und Gewürz im Waffeleisen gebackenen Neujahrs-Kuchen.

Beim Rummelpottlaufen, teils noch heute verbreitet und zumeist am Altjahrsabend veranstaltet, zogen verkleidete Kinder von Haus zu Haus, um mit Liedern Süßigkeiten, z.B. die beliebten Förtchen, zu erbetteln.So heißt es in einem Lied aus Hamburg: Rummel, Rummel, Roken, giv mi’n Appelkooken, Ein Beispiel aus Schleswig-Holstein wäre: Rummel, rummel rutschen, giff mi’n löttje Futtjen! Krieg ik een, blief ik stahn. Krieg ik twee, will ik gahn. Krieg ik dree, wünsch ik Glück, dat de Köksch mit de Futtjes to de Schosteen rutflüggt.


Förtchen-Varianten, zumeist ohne Füllung, soll es bereits im 16. Jahrhundert gegeben haben, wie auch generell die verschiedenen verbreiteten Formen der Krapfen bereits im Mittelalter und sogar im Römischen Reich bekannt waren.


In der zweiten Hälfte des 20. Jh. sind die norddeutschen Förtchen wie viele andere traditionelle Speisen aus der Mode gekommen. Insbesondere an Silvester und Neujahr wurden sie durch die heute überall erhältlichen Berliner Pfannkuchen ersetzt. Eine gewisse Renaissance erleben die Förtchen seit den 1990er Jahren, in denen unter anderem durch die Slow-Food-Bewegung eine Neubewertung der traditionellen regionalen Küchen eingeleitet worden ist."


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Förtchen





Zwischen Heilig Abend und Silvester habe ich mich dann an den Teig gemacht. 

4 Eier
250g Mehl
knapp 250 ml Milch
150 g Butter
Saft und abgeriebene Schale von einer Zitrone
1 Messerspitze 
Salz
2 EL 
Zucker
Fett zum Backen

Milch, Mehl, Salz, Zucker, geschmolzene Butter, Zitronensaft und -schale und die 4 Eigelb sehr gut verrühren. Den sehr steifen Eischnee unterziehen. Förtchenpfanne ausfetten und schnell die Förtchen von beiden Seiten goldgelb backen.

Beim zweiten Versuch habe ich die Hälfte der Milch durch Quark ersetzt – mit tollem Ergebnis.




Kommentare:

  1. "Ich kenne sie von den Tischen der Großeltern meiner norddeutschen Schulfreunde." Und dazu gabs n lecker Schierker! Hmmmh... :)

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  2. ich wuerd ja gern beschwerde einreichen, weil da keine rosinen drin sind! meine oma macht die immer mit rosinen, und der rekord liegt beim verzehr im zweistelligen bereich.

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  3. Ich kenne die leckeren dinger aus holland, da heißen sie poffertjes.

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