Dienstag, 19. Februar 2013

Mit Bio fix was Tolles zaubern

"Bestes neues Produkt" der BioFach 2013 ist ein Fixprodukt für Spätzle.
Nun gibt es bereits vieles "in Bio", an das man vor Jahren noch nicht gedacht hätte. Neben der "Tiefkühlkost für Feinschmecker und Genießer" gibt es mittlerweile auch "Bio-Premium-Convinience", Bio-Popcorn für die Mikrowelle und Mini-Bio-Kartoffeln zu je 5 Stück in Plastiktütchen eingeschweißt - ebenfalls in 7 min. fertig in der Mikrowelle (s.u.).

Das mag es alles geben und mehr oder weniger die Folge davon sein, dass Bio bekannter und größer wird.
Es ist jedoch die Auslobung als "Bestes neues Produkt", als Vorbild für eine Branche, die mich schockiert.
Einer der Teige, der am schnellsten in der Küche zubereitet ist – einer der Teige, der vermutlich noch am meisten per Hand und mit frischen Zutaten traditionell in den Küchen dieses Landes zubereitet wird, droht jetzt das Garaus. Durch wen? Die Bio-Bewegung natürlich. Könnte man polemisch behaupten.
Ein Bewegung die sich weltweit gegen Abhängigkeiten der Bauern von Saatgutkonzernen und Pestizidherstellern auflehnt und auf Unabhängigkeit und Freiheit auf dem Acker setzt scheint diese Werte in der Küche mittlerweile vergessen zu haben.
Fertiggerichte und Convinience Produkte machen in erster Linie abhängig. Wer durch Fix-Produkte in der Küche verdummt wird, verliert die Fähigkeiten sich selbst und diejenigen um sich herum eigenständig zu ernähren. Er wird abhängig vom Kauf der Produkte und des Maschinenparks, der notwenig ist diese zu erhitzen, aufzutauen oder zu regenerieren. Neben der Beschleunigen der Erosion des allgemeinen Kochwissens führen diese Produkte auch dazu, das Bio-Essen teurer wird. Wer also sagen will, man könnte sich mit biologischen Lebensmitteln günstig ernähren, verliert seine Argumentationsgrundlage. Mit Fertigprodukten wird dies nicht möglich sein, das geht nur frisch gekocht.


Kinder, die mit diesen Produkten aufwachsen werden in Zukunft bei den Aktionen des Slow Food Youth Networks auftauchen und nicht mehr wissen, wie einfach es ist Eier mit Mehl und Wasser zu verrühren und dann mit einem feuchten Messerrücken in den Topf zu schieben. Sie werden sich wundern warum es keine fertigen Tüten zum Drücken in der Küche gibt und dass obwohl es zuhause immer "Bio" gab.

"Warum machen wir die Spätzle nicht mehr selbst ?"
fragt das Kind die Mutter.
"Weil es die jetzt auch fertig in Bio gibt."
Das ist keine Antwort für die Zukunft.


P.S. ..dass es auch spannende und wohlschmeckende Neuheiten auf der BioFach 2013 gab, mag man unter www.instagram.com/wurstsack nachvollziehen.
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