Montag, 4. März 2013

Es gibt keine Nicht-Köche

"Bist Du eigentlich Koch", werde ich in letzter Zeit häufiger gefragt.
Ja, ich bin Koch – so wie jeder von uns Koch oder Köchin ist. Es gibt keine Nicht-Köche. Jeder muss sich sein Essen zubereiten. Ob nun im Topf oder in der Mikrowelle.
Das einzige, was den einen vom anderen Koch unterscheidet ist die Häufigkeit oder die Intensität der Beschäftigung mit dem, was man sich tagtäglich einverleibt. Der eine Koch kocht für 1000sende, die andere Köchin "nur" für ihre kleine Tochter. Die geringe Zahl der Bekochten oder die Anzahl der Gänge ist jedoch kein Grund sich als minderwertiger Nicht-Koch zu begreifen. Kochen gehört zu uns wie die Sprache. Mundfaul kann man von Zeit zu Zeit sein, das Sprechen verlernt man deswegen nicht.

Beim Kochen haben wir uns allerdings an beständig brüllende Großmäuler gewöhnt.
Deswegen stumm zu werden habe ich nicht vor, auch wenn ich dem ein oder anderen bisweilen gerne zuhöre.
Sprechen lernt man durch Sprechen - beim Kochen verhält es sich ähnlich.
Einfach die Klappe zu halten und die anderen reden zu lassen ist hier, wie da keine gute Option.

Foto: ©Udo Tremmel
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