Sonntag, 3. März 2013

wurstsack @ Bogk Bier Berlin

Im Keller eines Wohnhauses in Kreuzberg braut Andreas Bogk Bier. Als wir die Treppe hinabsteigen riecht es immer mehr nach frisch aufgekochtem Malz. Im Gang zur gefließten Bier-Küche stapeln sich Holzkisten in denen viele Flaschen, noch unettiketiert, lagern. Gerade wird der nächste Sud gekocht, erfahren wir vom Brauer Bogk, der uns kurz durch die Räume führt.

Ich kenne Andreas Bogks Stimme. Vor einiger Zeit habe ich viel über Bier gelernt und zwar in einem Podcast. Über drei Stunden hat Andreas Bogk zusammen mit Tim Pritlove von der geernteten Gerste bis zum fertigen Getränk (fast) alles erklärt, was man wissen muss um ein aufgeklärter Biergenießer zu werden, der ein handwerkliches, aromatisches Bier von langweiliger Industrieplörre unterscheiden kann.




Die kleine Mikro-Brauerei nahe des Kreuzberges in Berlin hat sich Andreas Bogk erst vor eine paar Monaten selbst zusammengezimmert. Unterstützt wurde er dabei von zahlreichen Bier-Freunden, die er per Crowdfunding zur Rettung der Berliner Weiße bewegen konnte. Um die Berliner Weiße, ein regionaltypisches Bier, geht es ihm neben den anderen Sorten, die er hier braut, im Besonderen. "Vor dem Aussterben" bewahren will er diese Spezialität, die im traditionellen Brauverfahren keiner mehr herstellt. Das Bier kam früher "lebendig in die Flasche, wo es durch Flaschengärung und unter Beteiligung der “Faßhefe” Brettanomyces sein typisches Aromabukett entwickelte." Bei den heutigen Industriebieren ist das nicht mehr der Fall. Was auf der Strecke bleibt ist der Geschmack.



Frisch aus dem Reifefass zwickelt uns Andreas Bogk noch etwas vom Maifestbier. Den Hopfen für sein Bier bezieht er direkt vom Bauern aus Franken.


Die Produktion im Kreuzberger Braukeller läuft langsam an. Verkauft werden soll das Bier vor allem online. Ich habe eine der letzten beiden Flaschen Lagerbier von Sud 4 erwerben können.
Von der Berliner Weiße durfte ich nicht probieren. Die ist zunächst reserviert für die zahlreichen Unterstützer, denen die Rettung zu verdanken ist. 

Noch vor kurzem war Andreas Bogk sogenannter "Hobbybrauer" nun, nach dem Umbau, betreibt er eine  reguläre Brauerei - eine Mikrobrauerei.

Der Ausstoß mag Mikro sein der Geschmack ist auf jedenfall Makro! 

Prost!



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